Statement der LM-Beauftragten des NPV zur Regionalisierung im NPV

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Liebe Sportsfreunde,

als Mitglieder der Zunftswerkstatt bedanken wir uns für den Zuspruch, die Anregungen und die Bedenken bezüglich unserer Arbeit, die auf vielfältige Weise geäußert wurden.

Sicher wird die direkte und mündliche Erörterung, die diese umfangreichen Themen verdienen, noch ein wenig auf sich warten lassen müssen. Wir werden daher in der nächsten Zeit zu jedem Eurer Gedanken nach und nach Stellung beziehen. Als LM-Beauftragte starte ich heute, indem ich noch einmal einen Rückblick auf die Beweggründe unserer Arbeitsgruppe gebe. Beweggründe, die für uns als Mitglieder der ZW mittlerweile selbstredend sind, für den Spieler ohne Blick hinter die Kulissen aber vielleicht an der einen oder anderen Stelle eben nicht selbstverständlich:

Wir haben uns nicht aus purem Aktionismus oder in prophetischer Voraussicht (dass wir im Jahr 2020 viel Zeit haben werden) bereits im Jahr 2019 dazu verabredet, uns über andere Organisationsformen für LM-Ausrichtung und Liga-Struktur Gedanken zu machen. Der einzige Grund war, dass die bestehenden Strukturen nicht mehr ausreichen, um
a) Landesmeisterschaften in der gewohnten Form überhaupt noch anbieten zu können sowie
b) dass die bestehenden Ligastrukturen immer wieder zu Unmut in den Vereinen und bei den Spielern führten (Näheres hierzu in Kürze durch den Liga-Beauftragten).

Zukunftswerkstatt ist übrigens kein hübsch ausgedachter Name für unsere Arbeitsgruppe sondern eine anerkannte Methode – vielfach in der Wirtschaft, in Universitäten, Schulen, Verbänden und Instituten erfolgreich eingesetzt – um Lösungsansätze für komplexe Themengebiete zu erarbeiten.
Das Internet gibt dem Interessierten hier erschöpfend Auskunft.

Keiner hat jemals gesagt, dass das bestehende Konzept nicht gut war. Aber die Zeit bleibt auch im Petanquesport nicht stehen. Ein Pullover, der zu klein geworden ist, an den kann man eine Zeitlang etwas dranstricken. Das wurde in der Vergangenheit auch immer wieder getan – wie z. B. die Einführung der zweitägigen LMen. Aber irgendwann muss man einen neuen Pullover stricken, denn Wachstum geschieht nicht nur in der Länge sondern auch in der Breite. Und dann ist der Pullover einfach zu klein. Und es muss ein neuer her. Der neue Pullover ist dann den veränderten Anforderungen anzupassen. Und das sagt nichts über die Qualität des alten aus.

Im Jahr 2020 hätten wir auch ohne die Corona-bedingten Ausfälle Landesmeisterschaften absagen müssen. Es gab nicht genügend Ausrichter!
Für das Jahr 2021 sieht es noch düsterer aus: Wir haben lediglich 1 Angebot für ein Turnier mit 32 Plätzen – und dieses Angebot konnte auch nur unter Vorbehalt gemacht werden und wurde noch nicht verifiziert. Die anderen fünf LM-Bewerber bieten 15 bzw. 16 Plätze an.
Das heißt de facto: Die LM Frauen können wir anbieten – sie wird in Bissendorf stattfinden. Danke an die Biss´n Bouler für ihr Angebot.
Für alle anderen LMen gibt es noch keine Aussicht auf Durchführung – benötigt werden hier bei der bisherigen Durchführungsform 45 – 60 Plätze (55+ und Mixte) bzw. 90 – 100 Plätze (Doublette, Triplette, Tetete). Die Tendenz ist steigend. (Die Problematiken beim Turnierleitungsmanagement wird Soeren als TL-Beauftragter in Kürze näher erläutern.)

Es ist somit nicht richtig, dass wir funktionierende Strukturen haben. Ganz im Gegenteil.

Unerklärlich ist mir, was dagegen sprechen sollte, auf viele Schultern zu verteilen, was Einzelne nicht mehr tragen können. Es wird u. a. in Bad Eilsen und in Halle definitiv aus nachvollziehbaren Gründen bis auf Weiteres keine LM mehr geben.
Warum sollte man an diesem Punkt nicht nach neuen Strukturen suchen?

Es liegt in der Natur der Sache, dass es bei umfangreichen Umstrukturierungen auch zu umfangreichen Änderungen in den bestehenden Ordnungen, Richtlinien und Satzungen kommen muss, zuzüglich der neu zu verfassenden Ordnungen. Auch hier ist es mir unverständlich, wo für den interessierten Spieler die Problematik liegen soll. Alle Absätze sind verständlich formuliert und können hinterfragt werden. Bewährtes blieb bestehen, Neues wurde formuliert oder aus anderen Landesverbänden analog übernommen – denn: Ja, das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden. Eine simple Gegenüberstellung, wie bei kleineren punktuellen Veränderungen in der Vergangenheit, war nicht so einfach möglich. Wir haben die Anregung dennoch aufgenommen und arbeiten daran.

Verständlich ist es, dass die Regionen, für die alles Tutti läuft, sich kaum in die Problematiken hinein fühlen können, wie sie z. B. im Flächenland Niedersachsen real existieren – wenn man selbst einer Region mit einer Ballung von Vereinen entstammt. Daher nochmals die eindringliche Bitte an jeden von uns, an dieser Stelle in allen Fragen die Regionsbrillen einzutauschen gegen die Niedersachsenbrille und sich zu bemühen, für alle tragbare Regelungen zu finden.

Gerechtigkeit aus unserer Sicht sowie
Aufteilung der Bezirke – auch auf diese Themen werden wir in Kürze an dieser Stelle eingehen.

Unsere Grundgedanken für das Thema Organisation Landesmeisterschaften in Kürze:
(Liga und Regionalisierung folgen wie gesagt).

Steigende LM-Teilnehmerzahlen führen zu Problemen …

  • durch das Ausbleiben von Bewerbungen geeigneter Ausrichter
  • bei der Durchführung in zeitlich angemessenem Rahmen
  • der Qualität der LM-Spieler und DM-Qualifizierten

Unsere Zielsetzung für neue LM-Beschlüsse:

  • Handelbare Landesmeisterschaften
  • Zeitrahmen der LM straffen, zügiger Ablauf
  • Austragungsorte breitflächiger verteilen
  • Starke Teams
  • Qualität der LM-Spiele anheben
  • Würdiger Rahmen für Finale u. Siegerehrung

Wir freuen uns weiterhin auf gezielte Nachfragen und weitere Diskussionen zu den Sonderseiten Regionalisierung auf der NPV-Homepage.

Heike Hahlbrock, LM-Beauftragte

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